Die NMUN-Gruppe 2014 berichtet

Abschlussbericht 2014

 

Diplomatie hautnah – Regensburger IPler erfolgreich in New York

Seit nunmehr zehn Jahren ist die Teilnahme am National Model United Nations (NUMN) in New York fester Bestandteil der Bemühungen der Professur für Internationale Politik, den Studenten wissenschaftlich fundierte, praxisbezogene und international ausgerichtete Lehre zu bieten. Das findet weit über Regensburg und Bayern hinaus Beachtung. So hat die jährliche NMUN-Teilnahme wesentlich dazu beigetragen, dass die Zeitschrift Unicum die Regensburger IP im Jahr 2013 in einem deutschlandweiten Wettbewerb als „Professur des Jahres“ im Bereich Geistes-, Gesellschafts- und Kulturwissenschaften auszeichnete.

Auch dieses Jahr konnten wir zwanzig Regensburger Studenten die Teilnahme an der weltweit größten Politiksimulation über die Vereinten Nationen ermöglichen. Sechs spannende Konferenztage liegen hinter der Delegation, ebenso wie drei lehrreiche und interessante Tage mit Vorgesprächen und Rahmenprogramm. Nach einem halben Jahr der Vorbereitung durften sich die Delegationsteilnehmer endlich wie wahre Diplomaten fühlen und über Nachhaltigkeit, den Schutz der Menschenrechte und aktuelle Krisen, wie der in Syrien, diskutieren. Ein besonderer Fokus lag in diesem Jahr auf den sogenannten „Sustainable Development Goals“, dem Nachfolger der 2015 auslaufenden Millennium Development Goals, und der Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern.

Davon, dass die diesjährige Delegation, ähnlich wie in den Vorjahren, in der Vorbereitung und während der Zeit in New York eine hervorragende Arbeit geleistet hat, zeugt nicht allein unser Eindruck von der Delegation, sondern auch die abermalige Anerkennung mit gleich fünf Auszeichnungen von Seiten der Veranstalter. Darunter befindet sich auch der begehrte Preis als „Honorable Mentioned Delegation“. Hiermit wurden die Delegationsteilnehmer für ihr besonders gutes Verhalten als Jungdiplomaten ausgezeichnet. Sie gehören damit zu den besten 30 Prozent sämtlicher Teilnehmer des NMUN 2014!

Ohne die engagierte Teilnahme der Regensburger Jungdiplomaten wäre eine so erfolgreiche Exkursion nicht möglich gewesen. Ihnen gebührt unser herzlicher Dank. Ebenso möchten wir uns bei den zahlreichen Gesprächspartner in unserem Vorprogramm bedanken. Durch ihren Input haben sie einen hohen Mehrwert für die Studenten geleistet und sich hierfür jeder für sich sehr viel Zeit genommen. Exkursionen in dem Ausmaße bergen hohe Kosten. Ohne die Zuwendungen unserer Förderer und Sponsoren müssten die Delegationsmitglieder diese gänzlich allein stemmen. Vielen Studenten wurde die Teilnahme an diesem einzigartigem Programm nur durch die Zuwendungen unserer Förderer möglich. Hierfür gebührt der Universität Regensburg, dem Verein der Freunde der Universität Regensburg, der Maschinenfabrik Reinhausen und der Firma Josef Pfahler & Sohn unser besonderer Dank!

Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie auf dieser Homepage oder der Homepage der Professur für Internationale Politik. In Kürze wird zusätzlich ein ausführlicherer Abschlussbericht der Exkursion hier veröffentlicht.

 Robert Lohmann, M.A., Faculty Advisor

 

NMUN 2014 erfolgreich beendet! Argentinien blickt auf eine Woche voller Diskussionen, Reden, Verhandlungen und verabschiedeter Resolutionen zurück. Wir bedanken uns bei allen, die online dabei waren!

 

Ein abschließendes Highlight des Vorprogramms war unser Treffen mit dem ehemaligen Regensburger Nils Schmieder. Als "Associate Political Affairs Officer at the UN Office for Disarmament Affairs Weapons of Mass Destruction Branch (Global Security)" zeigte Nils den interessierten Studierenden gängige Wege auf, beruflich in das UN System einzusteigen; dabei appellierte er an die Studierenden, sich nicht von großen Bewerberzahlen und bürokratischen Hürden abschrecken zu lassen, sondern die Augen offen zu halten und sich nicht von unkonventionellen Schritten aus der Bahn bringen zu lassen. Aus diesem Gespräch schöpften die Delegierten Mut für die bevorstehende Konferenz und auch für zukünftige berufliche Ambitionen.
Mit Abschluss des Vorprogramms stand nun der lang ersehnte Check-In im Sheraton Hotel New York an, dem Veranstaltungsort unserer Konferenz.
Da zahlreiche, studentische Delegationen aus allen Teilen der Welt gleichzeitig in die Lobby und die Check-In Schalter strömten, taten sich anfänglich ein paar Koordinationsschwierigkeiten auf, die aber im Folgenden recht schnell überwunden waren, so dass sich die Model United Nations Delegation 2014 doch recht reibungslos in ihren Hotelzimmern a 4 Personen einfinden konnte.
Am Sonntag konnten sich die Delegierten nach einem langen Programm erstmals einen wohlverdienten Langschläfermorgen gönnen; diesen nutzten die Studierenden größtenteils nochmal als Gelegenheit zur Vorbereitung und Aufarbeitung ihrer ersten Sessions, welche bereits am selben Abend um 20 Uhr Abends starteten. Nachmittags wurde sich dann in Schale geworfen, denn hier stand um 18 Uhr die Opening Ceremony an. Neben der United Nations Association, welche als "biggest advocacy Network of the UN" und Non-Profit Organisation den ganzen Verlauf und die Organisation des NMUN 2014 in die Hände nahm, war auch die US-amerikanische UN Botschafterin Samantha Power als Gast vertreten, zur großen Freude aller studentischen Delegationen. Frau Power hielt eine bewegende Rede über ihren Lebensweg und unterstützte alle anwesenden Studenten in ihrem Bestreben, sich aktiv für die politische Agenda der Vereinten Nationen einzusetzen, in ihren Worten: "Don't let anyone tell you that you can't achieve your goals!".
Mit diesen wegweisenden Worten begab sich die Regensburger Model United Nations Delegation auch schon in ihre einzelnen Committee Sessions, welche bis um 22 Uhr ging. Die hier gewonnenen ersten Eindrücke waren breit gefächert, in manchen Committees verliefen Agendasetting und die Aufstellung der Rednerliste aufgrund der überschaulichen Größe der Committees recht reibungslos, wie etwa im CSW, dem Eclac oder der WHO, in anderen größeren Committees wie etwa den GA Committees und dem OPCW gestaltete sich dies etwas schwieriger, bzw. dauerte länger. Dennoch gelang es den Regensburger Delegierten recht schnell, ihre harte Arbeit und Vorbereitung in den einzelnen Committees unter Beweis zu stellen, Partnerschaften zu schließen und sich mit verschiedenen Delegationen in Working Groups zu organisieren. Besonders herausstellen wollen wir an dieser Stelle die argentinische Delegation im Security Council, der es gelang gleich im ersten Zug zwei inhaltliche starke Reden vorzubringen. Ebenso großes Lob gebührt Caroline Huber, einer unserer Delegierten im GA2nd Committee, welche noch am selben Abend für die begehrte Stelle des Rapporteurs ausgewählt wurde. Und ab nun heißt es all day long: Negotiating an Working Paper writing!!!

 

28. März 2014 - Tag 2 der Regensburger United Nations Delegation in New York

Hochmotiviert startete die Regensburger Model United Nations Delegation 2014 in den zweiten Tag des Vorprogramms. Diesmal ging es nicht direkt zum UN Plaza, sondern zum German House. Hier wurde die Regensburger Delegation zusammen mit zwei weiteren studentischen Delegationen herzlich von Frau von Wagner, der Vertreterin der "Permanent Mission of Germany to the UN", in Empfang genommen. Frau von Wagner versuchte, ein umfassendes Bild deutschen Engagements in der UN nachzuzeichnen, wobei sie hier besonders die Punkte "primacy of political solutions", "multilateralism as special focus" und "practical implementation of UN rules globally" als charakteristisch für deutsche UN-Politik hervorhob. Auf die zum Teil recht spezifischen und weitreichenden Fragen der Studierenden bemühte sie sich in gewohnt diplomatischer Manier nach bestem Vermögen einzugehen.
Direkt im Anschluss zu diesem ersten Tagespunkt gliederte sich schon der zweite Termin, nämlich ein Gespräch mit Geoffrey Shaw, "representative of the IAEA Director General to the UN" nahtlos an. Mr Shaw machte sich daran, den interessierten Studierenden Einblicke in das praktische Treiben der Internationalen Atomenergie-Organisation zu vermitteln. Ziel der IAEA, welche mit dem UN System nur durch ein separates Abkommrn verbunden ist, sei es laut Shaw, den Nutzen nuklearer Energie zur Wahrung und Verbreitung von Wohlstand, Gesundheit und Frieden erhöhen, gleichzeitig aber auch die Anwendung radioaktiver Stoffe und die militärische Verwendung dieser Technologie zu unterbinden.
Um zahlreiche neugewonnene Einblicke bereichert, ging es nach einer mittäglichen Stärkung für die eifrige Regensburger Delegation schon wieder weiter zum finalen Abschlussgespräch des Tages. Dieses fand in dem Gebäude der "Delegation of the European Union to the United Nations" statt. Mr Bart Paans und seine Kollegin Jelena Vujic, die für die Öffentlichkeitsarbeit der EU Delegation zuständig ist, leiteten das Gespräch ein, indem sie wesentliche Merkmale EU-bezogener Außenpolitik aufführten und auch aktuelle politische Debatten wie etwa die jüngsten Updates zur Krim-Krise oder den seit drei Jahren anschwellenden Syrienkonflikt mit einbezogen. Offen zeigten sich beide auch für interessierte Fragen aus dem Studentenkreis; diese reichten von allgemein EU-bezogenen Fragen über Partnerschaften und mögliche Zusammenarbeitsszenarios bis hin zu mehr UN-spezifischen Fragen, einschließlich der oft wiederkehrenden Frage nach einer möglichen Neugestaltung des UN-Sicherheitsrates.
Nach einem vollbespickten und erlebnisreichen Tagesprogramm ließ die Regensburger Delegation den Abend bei einem Basketballspiel der Brooklyn Nets gegen die Cleveland Cavaliers gemütlich ausklinken, denn ab morgen geht es nach einem abschließenden Gespräch mit Herrn Nils Schmieder, "Associate Political Affairs Officer at the UN Office for Disarmament Affairs Weapons of Mass Destruction Branche (Global Security), und dem gemeinschaftlichen Umzug ins Sheraton Hotel auch schon zur unmittelbaren Konferenzvorbereitung über.

27. März 2014 – Tag 1 der Regensburger United Nations Delegation 2014 in New York

Heute traf die Model United Nations Delegation 2014, nach monatelanger Vorbereitung endlich in New York zusammen. Treffpunkt war der Eingang des UN Plazas. Von dort aus ging es zum ersten Punk des zweitägigen Vorprogramms; ein Treffen mit zwei ständigen Vertretern Argentiniens in den Vereinten Nationen. Die 20 Delegierten, und Leiter Herr J.R. Lohmann, saßen dem „ Counselor from the permanent mission of Argentina to the United Nations“, José Luis Fernández Valoni und der „Minister plenipotentiary“, Gabriela Martinic in einem Gespräch gegenüber. Beide Vertreter gingen auf die Fragen der Delegierten ein und gaben ihnen Einblicke über die Positionen Argentiniens in verschiedenste Themengebiete, die von Recycling bis hin zu dem beliebtesten Thema Argentiniens, den Islas Malvinas, reichten. Dabei waren Herr Valoni und Frau Martinic nicht selten von den spezifischen Fragen, der sehr gut vorbereiteten Studenten, überrascht.
Zum Schluss lernte die Delegation aus erster Hand, wie sie sich in der UN als echte argentinische Diplomaten zu verhalten haben. So sind die wichtigsten Charakteristika Ehrlichkeit, Offenheit gegenüber anderen Delegationen und der Wunsch nach Aufklärung über die eigenen Standpunkte durch gut ausgearbeitete Argumente.

Da der zweite Punkt des Tages leider aus organisatorischen Gründen ausfallen musste, ging das Programm mit dem letzten Punkt, einem Treffen mit Chris Melzer, „representative of the dpa to the UN“ weiter. Er erklärte die Funktionsweise der größten. privaten, deutschen Nachrichtenagentur, seine führende Rolle und die damit verbundenen Verantwortungen.
Die dpa versorgt allein deutschlandweit über 350 Zeitungen und 90 Hörfunksender mit Artikeln. Um Fehlermeldungen so weit wie möglich zu vermeiden beruft sich die dpa auf die Methode der „checks and double checks“, wie Herr Melzer sie nannte. Es geht kein Artikel raus, nicht einmal Eilmeldungen, ohne dass er mindestens einmal gegengelesen wurde und der Wahrheitsgehalt der Meldung geprüft wurde. Eine negative Folge sind zwar Verzögerungen, aber Fehler werden möglichst gering gehalten.
Die Studenten waren sehr gespannt auf aktuelle Informationen aus der UN und bekamen kleine Einblicke in die Themen der Zeitungen von Morgen.
Nach diesen zwei spannenden Gesprächen endete der erste Tag der Regensburger Studenten in einvernehmlicher Zufriedenheit. Man hatte wieder etwas gelernt und viele neue Erfahrungen gesammelt.

 

„NMUN Delegation goes to Berlin“

Am 17. und 18. Februar 2014 reiste die NMUN Delegation der Universität Regensburg in die deutsche Hauptstadt, um durch persönliche Gespräche mit Experten der internationalen Politik tiefgreifenden Einblicke in aktuelle politische Themen zu erlangen. Diese Exkursion bildete den Abschluss der sechsmonatigen Vorbereitungen auf das National Model United Nations 2014.

Als erste Station wurde die argentinische Botschaft am Berliner Wittenbergplatz angesteuert. Luis Alfredo Azpiazu, Gesandter des argentinischen Botschafters in Berlin, leitete das Gespräch ein, indem er die Haltung seines Landes zu aktuellen UNO-Schwerpunktthemen darlegte. Hierbei betonte er vor allem die herausragende Stellung Argentiniens durch den derzeitigen Sitz im UN-Sicherheitsrat; daneben räumte er der Wahrung der Menschenrechte in der argentinischen Außenpolitik einen hohen Stellenwert ein. Zwischendurch erkundigten sich die Studierenden immer wieder nach den jeweiligen Positionen, welche Argentinien in den entsprechenden UN-Gremien vertritt, mit dem Ziel, möglichst detailgetreue Experteninformationen für ihre Darbietung argentinischer Positionen in den entsprechenden Komitees zu erlangen.

Anknüpfend hieran machte sich die Regensburger Delegation auf den Weg zum Deutschen Bundestag, wo sie im Büro des Bundestagsabgeordneten Charles M. Huber in Empfang genommen wurde. Huber, der Mitglied der Ausschüsse für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Wirtschaft und Energie sowie des Auswärtigen Ausschusses ist, ging ausführlich auf seine jeweilige Ausschusstätigkeit ein, griff viele aktuelle Debatten auf und bemühte sich darum, den Studierenden ein detailliertes Bild eines typischen Arbeitsalltages im Leben eines Abgeordneten zu vermitteln.

Zu guter Letzt versammelten sich die Studierenden am Dienstag, 18. Februar 2014, vor dem Auswärtigen Amt am Werderschen Markt in Berlin. Hier wurden mit Georg Siep, Referent für die Vereinten Nationen und des Sicherheitsrates im Auswärtigen Amt, grundlegende UN-Themen diskutieren. Ebenfalls anwesend war Claudia Wilk, Länderreferentin für Argentinien mit einem Schwerpunkt auf bilateralen Beziehungen im Auswärtigen Amt. Frau Wilk zeichnete ein allgemeines Bild argentinischen Engagements im politischen Geflecht nach, wobei sie – ähnlich wie Herr Azpiazu – betonte, dass es das Bestreben argentinischer Politik sei, sich durch verstärktes humanitäres Engagement in die internationale Politik einzubringen.

Die Delegation der Uni Regensburg bedankt sich herzlich bei allen Gesprächspartnern für die gewonnenen Eindrücke, Tipps und Informationen. Die Berlin-Exkursion war ein spannender Abschluss der sechsmonatigen Vorbereitung auf das National Model United Nations in New York, wo die Studierenden ihr Können unter Beweis stellen und Gelerntes anwenden konnten sowie mit Studierenden aus aller Welt Kontakte knüpften.

 

 Gruppenfoto mit Herrn Azpiazu in der argentinischen Botschaft

 

 

 

 

Gruppenfoto mit Herrn Azpiazu in der argentinischen Botschaft

                                                                                                                                                                                                                    Charles M. Huber, MdB, posiert mit den Regensburger Studenten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Auswärtige Amt, der Abschluss des Kurzbesuches

 


Spontanes Gespräch mit Herrn Steinbrück, MdB, auf der Kuppel des Plenarsaals!

 

 

 

 

 

 

 

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